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Ike Quebec - Ein vergessener Tenorsaxofonist

Ike Quebec - Tenorsaxofon, (1918-1963)

geboren: August 17, 1918; verstorben: January 16, 1963

„Dieser ausgezeichnete Musiker wurde in dem Musikumfeld, das er mitgestaltet hat, fast vollkommen ignoriert. Er war ein Tenorsaxofonist der Hawkins-Schule mit einem satten Ton und ausgeprägtem Stil. Ich hoffe, dass diese neue Perspektiven den Beitrag leisten, ein neues Licht auf das Wirken von Ike Quebec zu lenken und er die Anerkennung findet, die ihm gebührt"

* Leonard Feather zum Erscheinen der MOSAIC-Box


Ein vollkommender Tänzer und Pianist, wechselte er in seinen Zwanzigern zum Tenorsaxofon und erlangte schnell die Reputation eines vielversprechenden Spielers. Seine Plattenkarriere startete 1943 mit Roy Eldrige. Er spielte unter anderem in den Bands von Frankie Newton, Hot Lips Page, Roy Eldrige, Trummy Young, Ella Fitzgerald, Benny Carter und Coleman Hawkins. Die meiste Zeit jedoch verbrachte, mit Unterbrechungen, er in der Band von Cab Calloway (1944- 1951). Die Jahre 1944-46 sollten seine ersten sehr erfolgreichen Jahre werden, er war der Solotenorist in der Band und wurde von Alfred Lion, dem Mitbegründer von BLUE NOTE, 1944 entdeckt und der ermöglichte ihm Aufnahmen in kleineren Gruppen, die seinem musikalischen Verständnis entsprachen. In der ersten Sitzung nahm er vier Titel im Quintett auf und BLUE HARLEM sollte sein erster großer Hit werden. Von 1944 -46 machte er fünf weitere Aufnahmesitzungen für BN und festigte seine Freundschaft zu Alfred Lion.

Später wurde Ike Quebec dann so etwas wie der Talentscout für das Label und half mit, Thelonious Monk und Bud Powell einem weiten Publikum bekannt zu machen. Seine außergewöhnlichen Noten- und Arrangierkenntnisse ermöglichten es ihm als musikalischer Leiter bei vielen BLUE NOTE Sessions mitzuwirken.

Parallel zu seinem Engagement bei Cab Calloway arbeitete er auch mit den Be-Bop Pionieren wie Kenny Clark, Bud Powell uns Thelonious Monk, zu dessen erster Aufnahmesitzung für BN er zwei Titel beisteuerte ( Suburban Eyes & Evonce).

Aufgrund seiner Narkotikaprobleme während der 50-er Jahre konnte er nur sporadisch Aufnahmen machen, so unter anderem mit dem Schlagzeuger Kansas Fields (mit R&B Sängern). Er war zeitweise auch völlig untergetaucht, war aber von Zeit zu Zeit in NYC zu hören er selbst behauptete die meiste Zeit in Kanada tätig gewesen zu sein (auch dafür gibt es keine Belege in Form von Aufnahmen oder Radiomitschnitten). Trotz dieser Probleme verlor er den Anschluss an die Szene nicht und auch seine Kontakte zu Alfred Lion halfen ihm zum Ende des Jahrzehnts auf die große Bühne zurückzukehren.

  • eine Discography steht unter DOWNLOADS zur Verfügung

1959 startete er dann ein Comeback bei BN, aber Lion war auch skeptisch, wenngleich er Quebec's Auffassung von Musik teilte. Es war die große Zeit des Soul und BN benötigte unbedingt einen Künstler in diesem Genre um die "schwarzen" Kunden zu bedienen. In den Musikboxen drehten sich die 45-er und der Markt benötigte ständig Nachschub. Ike Quebec nahm bei seiner ersten Session 8 Titel d.h. 4 Platten, auf, die alle ein Erfolg wurden - bei zwei weiteren noch einmal 15 Titel.

Er war wieder da und mit dem Erfolg kamen dann auch weitere Aufnahmesitzungen unter eigenem Namen und mit anderen meist jüngeren Musikern des Labels. Seine Tätigkeit als Manager für Artists and Repertoire (A&R), Verantwortliche für Talentscouting, Artist (Künstler) und die Entwicklung des Künstlers als Teil des Teams und seiner Musik (Repertoire). Er agiert auch als Verbindung zwischen den Küstern und dem Management des Labels.

Ike Quebec machte Anfang der 60-er Jahre noch eine Reihe von Alben für BN, aber das wohl eindrucksvollste war 1961 "Blue and Sentimental", eine Kollektion von Balladen, die ihm den Raum und das Tempo ließen, um seinen schweren, vollen Ton zur Geltung zu bringen.

Er war, neben seinen eigenen, auch auf den Alben seiner Schützlinge zu hören und auch dort war er präsent wie immer und führte sie zu musikalischen Höhenflügen.

Sein Comeback war leider nicht von langer Dauer, denn schon im Januar 1963 starb er im Alter von 43 Jahren an Lungenkrebs. Er hinterließ in dieser kurzen Zeit aber dennoch einen verhältnismäßig großen Katalog, der sich vom Big Band Swing, Be-Bop bis zum Soul, dessen "Miterfinder" er war, erstreckte.

 

 

 
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